Garmin Forerunner 220

Garmin Forerunner 220 im Training (1. Monat)

Neues Spielzeug – der beste Motivationsverstärker für mich! Den Kilos wird der Kampf angesagt und ein (für mich) neuer Sport kommt aufs Programm – Laufen. Als Fahrradfahrer bin ich es mittlerweile gewohnt meine Strecken mit dem GPS aufzuzeichnen – was liegt da näher als es auch beim Laufen zu tun. Einfach habe ich mir die Entscheidung nicht gemacht, denn die Uhr kostet ein kleines Vermögen und es stand auch nicht nur die Garmin Forerunner 220 auf der Kandidatenliste, sondern auch die Forerunner 620 (zu teuer) und die Polar RC 3 GPS.

Für die Garmin Forerunner 220 habe ich mich schließlich entschieden, weil mich die Funktionen überzeugt haben. Ich war erst geblendet von den „Mehrfunktionen“ der Forerunner 620 und konnte mich schwer von meiner „Stammmarke“ Polar lösen, auch weil ich die Plattform schon länger nutze, aber letztendlich war ich einfach neugierig und habe auch eigentlich nur Gutes gelesen. Auch die Möglichkeit für Firmwareupdates, die Garmin-Connect Plattform, und die Bluetooth-Verbindung zum Handy waren einfach überzeugend.

Eindrücke statt Erfahrungsbericht

Da ich erst einen vollständigen Erfahrungsbericht schreibe, wenn ich die Uhr länger im Einsatz hatte und sich die ersten Batterien verabschiedet haben etc. will ich in diesem Beitrag nur meine Eindrücke nach einem Monat Training mit der FR220 schildern.

Ein vollständiger Bericht wird also noch folgen – in unbestimmter Zeit. Über meine Eindrücke werde ich versuchen regelmäßig zu berichten.

Funktionalität / Technik fürs Training

Damit klar wird, was es überhaupt zu berichten gibt, muss ich kurz einige Features der FR220 beschreiben.

Die Forerunner 220 ist in erster Linie eine GPS-Uhr die mit einem Herzfrequenzgurt zusammen einen umfangreichen Trainingscomputer darstellt.

Zusätzlich verfügt der Transmitter am Brustgurt über Beschleunigungssensoren die es ermöglichen die Trittfrequenz sowie daraus resultierend (wenn z.B. kein GPS genutzt wird) die Pace und die Distanz festzustellen. Diese Funktion ist sehr hilfreich wenn man Akku an der Uhr sparen will (wobei ich nicht weis, warum man das sollte – der Akkus ist echt ergiebig) oder eben im Haus / Studio auf dem Laufband trainiert.

Die Schrittweite für den Trittfrequenzsensor (der normalerweise ja ein Footpod ist) wird bei Läufen mit GPS kalibriert und stimmt dann im Gebraucht ohne GPS ziemlich genau.

Ansonsten zeichnet die FR220 das ganze Training inklusive Herzfrequenzkurve, Pace-Kurve, GPS-Track, Rundenergebnisse, Gesamtergebnisse etc. auf und stellt es über Garmin-Connect zur Auswertung bereit. Die Daten können außerdem auch von vielen anderen Programmen die das FIT-Format beherrschen verarbeitet werden. (z.B. BaseCamp oder verschiedene Online-Plattformen)

Training im Freien mit GPS

Doch genug der Technik und grauen Theorie – wie sieht das ganze in der Praxis aus?

Rothenburg im Sonnenschein
Rothenburg im Sonnenschein

Vor dem Lauf

Typisches Vorgehen: Brustgurt wässern, Transmitter anklicken, Uhr ans Handgelenk und raus ins Freie. Die im Titelbild zu erkennende rote Taste 2 mal drücken (wegen Tastensperre) und die Uhr beginnt die Satelliten, den Brustgurt und ,falls konfiguriert, das Handy per Bluetooth, zu suchen.

Das GPS-Signal wird sehr schnell gefunden (wohl auch durch die vor berechneten Satellitenpositionen die bei jedem Abgleich übertragen werden) und auch der Brustgurt ist fast sofort bereit. Einem schnellen Start steht also nichts im Wege. Bei meinen Tests kann ich im Prinzip schon 10-15 Sekunden nach Aktivierung der Trainingsfunktion loslaufen.

Während dem Lauf

Egal ob beim „freien Training“ oder bei voreingestellten Trainings-Intervallen (am Computer geplant, oder direkt auf der Uhr) bietet die Uhr eine ausgezeichnete Übersicht über die für mich wichtigen Parameter Herzfrequenz, Zeit und Distanz.

Wenn ich vor dem Training per Garmin Connect ein Training geplant und auf die Uhr übertragen habe leitet mich die Uhr mit akustischen und haptischen Signalen (Piepsen und Vibrieren) durch mein Training ohne aufdringlich zu werden.

Ich kann bei der Planung am Computer Herzfrequenzbereiche festlegen in welchen ich mich bewegen möchte, sowie Intervalle nach Dauer oder Distanz anlegen. Die Uhr signalisiert mir dann beim Laufen wie lange mein Intervall noch dauert, oder dass ich meinen Trainingsbereich über- oder unterschritten habe.

Bei der FR220 lassen sich 2 Bildschirme mit jeweils 3 Datenfeldern frei konfigurieren, um genau die Daten immer im Blick zu haben, welche mir am wichtigsten sind. Zusätzliche Bildschirme kommen durch die Herzfrequenz- und GPS-Funktion dazu, welche aber statisch sind. Die Uhr-Funktion ist natürlich ebenfalls als Bildschirm immer verfügbar.

Nach dem Lauf

Ist das Training abgeschlossen kann man auf der Uhr selbst eine Fülle von Ergebnissen, Rundenzeiten, Distanzen usw. begutachten. Noch spannender wird das Ganze aber, wenn man die Daten entweder per Bluetooth (und iPhone) oder USB-Klemme an Garmin-Connect überträgt!

Hier kann ich alle meine Daten inklusive Kartenansicht, Kurven, Steigungen, Rundenzeiten und was nicht alles ausgiebig betrachten und analysieren. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig wissenschaftlich, aber bringt zumindest mir unglaublich Spaß und ein gutes Gefühl. Nicht weil ich für die nächste Olympiade trainiere, sondern weil ich sehe, was ich geleistet habe – heute, gestern, die ganze Woche, den ganzen Monat. Für mich eine unglaubliche Motivationsstütze und allemal schicker als ein zotteliger Fetzen von Papier-Lauftagebuch 😉

Training auf dem Laufband

Wenn es Hunde und Katzen Hagelt, oder nach dem Training die Sauna lockt, dann kann man mit der Forerunner auch sehr gut im Studio auf dem Laufband trainieren. Das Eine oder Andere sollte man dabei aber wissen bzw. beachten.

What a cloudy day...
What a cloudy day…

Vor dem Lauf

Brustgurt wässern und umlegen, Uhr aktivieren, Training wählen – los gehts… halt noch nicht… denn die Uhr sucht natürlich erst mal nach Satelliten. Also auf dem Hauptbildschirm, auf welchem man den Lauf startet einmal die Pfeiltaste nach oben drücken und GPS deaktivieren! So jetzt aber (!) …

Während dem Lauf

Hat man die Uhr aktiviert und die „Wohlfühl“-Geschwindigkeit eingestellt führt die FR220 wie schon im Freien durchs Training und weist einem die eingestellte Herzfrequenzzone. Leider wird die Herzfrequenz nicht auf dem Display des Laufbands angezeigt, da die Übertragung bei Garmin mittels ANT+ mit den meisten Fitnessgeräten nicht kompatibel ist (diese unterstützen nämlich meist Polar GymLink).

Ansonsten kann man beobachten das die Pace welche auf der Uhr angezeigt wird ziemlich gut zu dem passt was auch das Laufband anzeigt – natürlich nur wenn man vorher mal seine Schrittweite im Freien kalibriert hat. Dennoch kommt es natürlich zu leichten Ungenauigkeiten, wenn die Geschwindigkeiten auf dem Laufband von denen im Freien abweichen, oder man durch die vom Laufband vorgegebene Mechanik in seinen Bewegungen eingeschränkt ist.

Bei mir stimmt die Pace beim normalen Laufen sehr gut – nur wenn ich eine Gehpause einlege, dann ist alles zu spät. Typischerweise gehe ich dann so mit 4 km/h vor mich hin – das scheint der Sensor nicht mehr mitzubekommen, wohl auch weil das Laufband ziemlich gut gedämpft ist. So wird in diesen Zeiten oft keine Pace angezeigt, und somit auch keine Distanz gemessen.

Die Gesamtdistanz kann später bei Garmin-Connect korrigiert werden, und berechnet dann die Geschwindigkeiten entsprechend nach, aber im Verhältnis zu den Distanzen, welche ja teilweise nicht erkannt wurden – es ergeben sich also für die normal gelaufenen Strecken teilweise bis zu 1 min/km höhere Paces als sie in der Realität (durch die Geschwindigkeit des Laufbands) gelaufen wurden, besonders wenn man lange Läufe mit mehreren Gehpausen macht.

Nach dem Lauf

… ergibt sich das gleiche Spielchen mit Upload, Analyse und Diagrammen wie vorher auch. Einziger Unterschied: es wird natürlich keine Karte angezeigt. Über die möglichen Korrekturen habe ich gerade schon gesprochen.

Fazit nach dem ersten Monat

Das Ding ist so geil! Also jetzt mal ehrlich! Auch wenn es für den Enthusiasmus vielleicht noch verfrüht zu sein scheint, aber die Garmin Forerunner 220 überzeugt mich bis jetzt absolut.

Das Training ist gerade im Zusammenspiel mit einer Trainingsplanung und der Garmin-Connect Plattform wirklich ausgezeichnet. Ich persönlich hätte zwar noch gerne 1-2 Funktionen die mir zur polarpersonaltrainer.com Plattform fehlen, aber das ist denke ich nur Gewöhnungssache – zumal man die FIT-Dateien von der Uhr auch mit anderer Software auswerten kann.

Einzig bei der Garmin-Connect-Mobile App fürs iPhone herrscht Verbesserungspotential. Da wäre eine Kalenderansicht und ein besserer Cache für die Trainingseinheiten der nicht dauernd neu lädt eine Überlegung wert. Außerdem könnte die App etwas stabiler sein.

Insgesamt aber bis jetzt Top-Noten für die FR220. Ich hoffe das bleibt so!

Viel Spaß beim Training,
Andi

 

7 Gedanken zu „Garmin Forerunner 220 im Training (1. Monat)“

  1. Moin Andi, kann deine Ansicht ganz klar teilen, top Uhr, top Technik, auch auf dem Laufband funzt die gut jedoch habe ich einige Abweichungen zur angezeigten Pace auf dem Laufband feststellen müssen, dann muß ich das wohl mal kalibrieren..

    1. Moin Dieter,
      ja die Kalibrierung bringt auf jeden Fall was! Aufpassen musst du aber darauf, dass du mit den Armen auch wirklich mitläufst – sowohl bei der Kalibrierung als auch später. Wenn du nämlich zB mit dem Arm (an dem die Uhr sitzt) am MP3-Player spielst oder dich mit dem Handtuch abtrocknest oder gar auf die Pulssensoren des Laufband abstützt, dann misst der Sensor in dem Moment eben Mist

    1. Servus Udo,
      so eine Tastensperre habe ich leider bei der 220 nicht gefunden. Ich hatte im Winter behandschuht einmal das Problem mit zig Geisterrunden, weil der Handschuhrand die Laptaste „gedrückt“ hat. Damals hab ich auch gesucht, aber nichts gefunden.

      Gruß,
      Andi

  2. Hallo andi, du hast eine trittfrequenzmesserfunktion erwähnt. Ist die nur fürs Laufen oder kann ich die bzw. die Uhr auch zum Rad fahren nutzen?

    LG

    1. Entschuldigung für die späte Antwort – irgendwie hab ich deinen Kommentar übersehen… Sorry!
      Also die Uhr an sich kannst du auch beim Fahrradfahren einsetzen, allerdings ist dies von Garmin nicht vorgesehen, so dass du dann deine Lauf-Rekorde triggerst, als Aktivität Laufen hochlädst, etc. Es gibt eben kein Aktivitätsprofil für Fahrradfahren – das kann erst die größere FR620.
      Der Schrittfrequenzsensor funktioniert bei der FR220 nur fürs Laufen – ein Fahrrad-Sensor ist zwar verfügbar, arbeitet aber mit der 220 nicht zusammen.
      Viele Grüße,
      Andi

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