Polar Beat mit H7 Pulsgurt

Erfahrungsbericht Pulsgurt Polar H7 und iPhone 5 App Polar Beat

Das Handy wird sowieso zum Training mitgeschleift, warum soll es dann nur dumm im Spind oder im Flaschenhalter liegen? Das dachte sich wohl auch Polar. Zugegebenermaßen waren sie in diesem Bereich nicht die Schnellsten, denn an Anbietern mangelt es nicht! Doch was macht Polar anders oder besser?

Ich bin bei Amazon auf den Polar H7 gestoßen als ich eigentlich einen Brustgurt für meine Polar FT80 nachbestellen wollte. Es wurden für die Suche nach „Brustgurt“ und „Polar“ verschiedene Treffer angezeigt – auch von Wahoo und Runtastic. Oft war da auch von iPhone und Apps zu lesen, von codierten Transmittern, Ant+, Empfängern mit Bluetooth und was nicht allem.

Da ich nun schon eine ganze weile Programmierer bin und von Technik begeistert, habe ich mich dann mal so durchgeklickt und hab mir die Einzelnen Gurte und die dazugehörigen Apps im iTunes-Store mal angeschaut. Da ich aber auch schon lange Polar-Besitzer bin, habe ich mich immer „werbewirksam“ gefragt: „Gibt’s da auch was von Ra… ähm Polar?“

Ja – gibt es. Zwar noch gar nicht so lange aber immerhin. Habe mir dann die ganze Beschreibung mal durchgelesen, ein paar Rezessionen geschmökert und mir die entsprechende App im iTunes-Store angeschaut. Wirkte alles sehr ansprechend (mit wenigen Abstrichen).

Also gut – das Ding muss her! Bei Amazon war der Gurt mit 54 € zum erträglichen Preis zu haben. Die App war erst mal umsonst. Als dann drei Tage später (November 2013) das Päckchen bei mir aufschlug hatte ich quasi schon die Laufschuhe an und war brandheiß das Ding gleich auszuprobieren! Also sofort auspacken und loslegen!

Das Paket – Unboxing – „Aufreißing“

Verpackt war der Gurt inklusive Transmitter und Handbuch im Polar-typischen schwarzen Karton und ohne viel Schnickschnack. Handbuch kurz überflogen – „braucht kein Mensch“! Also zu den interessanten Sachen:

Das Gurtband

Die Polar-Gurte bestehen heutzutage immer aus einem Band mit Druckknöpfen und einem Transmitter der mittels der selben festgemacht wird.

Als ich das Gurtband in die Hand nahm, war ich erst einmal etwas überrascht, denn das Ding fühlte sich erst mal befremdlich an. Der Gurt ist auf der Außenseite Stretch-Textil und im Brustbereich auf der Innenseite aus weichem Kunststoff.

Das kannte ich so nicht – ich hatte einen Umschwung verschlafen! Während ich so fröhlich mit meiner FT80 und ihrem ärgerlichen WearLink+ Gurt durch’s Studio hampelte hat sich Polar (endlich) gedacht: „Mensch, das ich nicht so der Bringer – da machen wir mal was Neues!“. So entstand die neue Reihe mit neuem Material.

Nun gut dachte ich mir – „back to plastic“ – ob das nicht vielleicht die Sparversion ist… egal! Also in die Küche zum Wasserhahn „getigert“ und die Elektroden befeuchtet – wenn das mal so einfach gewesen wäre, denn das Wasser perlte immer wieder ab. Ich war der Überzeugung das wird nie was mit dem Kontakt, aber mal abwarten. Brustgurt korrekt eingestellt und umgeschnallt.

Erstaunen. Das Ding sitzt sofort sehr bequem, rutscht nicht und ist mit dem paar Tropfen Wasser (wie ich später sehen sollte) absolut gut kontaktiert.

Als nächstes den Transmitter angeklickt und Handy in die Hand.

Der Transmitter

Das kleine schwarze Knubbelchen sieht genau so aus wie seine Vorgänger – im Wesentlichen zumindest. Ein unterschied den man übersehen kann ist das kleine blaue Bluetooth-Zeichen und der Bluetooth-Schriftzug. Dies ist es nämlich was den ganzen Polar H7 besonders macht. Bluetooth-Smart wird unterstützt – eine Technik die seit dem iPhone 4S in den Apple-Handys verbaut wird.

Bluetooth-Smart erlaubt es mit sehr wenig Energie (bei der kleinen Reichweite die benötigt wird) eine stabile Datenübertragung herzustellen. Dazu ist dann beim iPhone auch kein externer Adapter (wie Ant+ Dongle etc.) nötig.

Polar Bluetooth Smart Transmitter
Polar Bluetooth Smart Transmitter

Zusätzlich zu Bluetooth hat der Polar H7 auch noch „GymLink“ eine Technik die es im Fitness-Studio erlaubt die Herzfrequenz auch auf kompatible Geräte (Laufbänder, Crosstrainer, Stepper etc.) zu übertragen. Nebeneffekt dabei ist, dass auch alle meine bisherigen Pulsuhren (getestet mit Polar FT7 und FT80) das Puls-Signal empfangen, anzeigen und aufzeichnen können.

Genug „Transmitter-Intermezzo“! Jetzt wird gekoppelt!

Oder doch nicht?! Der Brustgurt wird nicht in den Bluetooth-Einstellungen meines iPhone 5 angezeigt. Ja was ist denn nun los? Nicht feucht genug – noch irgendwo ein Plastikstreifen auf der Batterie?

Kurzerhand mal die App gestartet und geschaut, was da so angezeigt wird… „Tadaaaa!“… Der Gurt wird in den Einstellungen der Polar Beat App zur Kopplung angeboten. Erst wenn er dort gekoppelt ist, kann man ihm sagen, dass er sich doch bitte auch bequemen soll normal mit dem Handy zu sprechen (um ihn ggf. noch von anderen Apps auch zu nutzen). Vielleicht hätte ich doch mal ins Handbuch schauen sollen… ach näääää.

Polar-Beat App und Polar-Flow und PolarPersonalTrainer

Polar Beat App Screenshot
Screenshot aus der Polar Beat App auf dem iPhone 5

Nachdem ich die App im Vorfeld schon runtergeladen hatte und mich mit meinem bestehenden Account anmelden konnte, war ich insgesamt schon sehr zufrieden. Die Oberfläche ist aufgeräumt und sieht gut („stylisch“) aus. Natürlich gibt es auch ein paar In-App-Käufe (welche ich mir mittlerweile auch zugelegt habe) welche aber für die grundlegende Funktionalität nicht notwendig sind.

Die App lädt die Daten auf Polar Flow (die neue Plattform von Polar – aktuelle Beta-Phase) und polarpersonaltrainer.com hoch, wo man sie eingehend betrachten und auswerten kann.

So, dann mal los!

Polar Beat App - History 1
Polar Beat App – History 1

Als Sport ist „Running“ eingestellt, unter Target „Free Training“ und der Puls wird (anders als im Bild) ebenfalls unterhalb von „Running“ angezeigt. Ein Druck auf „Start“ und schon läuft ein 5 Sekunden Countdown um „Los zu rennen wie ein Bekloppter“ – oder auch nicht. Also das mit dem Losrennen jetzt – ich bin doch nicht wahnsinnig und mach mich kaputt. Also schön die Runde im Kompensationsbereich gestartet…

Das Bild der App wechselt. Im oberen Diagramm-Bereich werden nun im Hintergrund bunte horizontale Balken dargestellt, welche die einzelnen Herzfrequenz-Bereiche kennzeichnen. Im Vordergrund nimmt eine Kurve Gestalt an – die Herzfrequenz über der Zeit aufgetragen.

Im unteren Daten-Bereich wird die gelaufene Distanz , die aktuelle

Polar Beat App - History 2 Kartenansicht mit Strecke
Polar Beat App – History 2 Kartenansicht mit Strecke

Pace (oder Geschwindigkeit – man kann draufdrücken um die Anzeige zu wechseln), die verbrannten Kalorien angezeigt sowie die aktuelle Herzfrequenz (Puls) angezeigt. Mit einem Wischer über den Bildschirm kann man zur Kartenansicht wechseln.

Die komplette Strecke und die zugehörigen Herzfrequenz-Daten werden für den ganzen Lauf aufgezeichnet und wie bereits erwähnt auf die Plattformen übertragen.

Am Ende des Laufes wird eine Zusammenfassung angezeigt inklusive eines Running-Index (wenn man min. 15 min über 6 km/h schnell gelaufen ist) welche Auskunft darüber gibt, wie gut die Ausdauerleistung bei diesem Lauf lag (Details dazu bei Polar).  Alle Daten bleiben auch auf dem Gerät offline gespeichert, wo man sie sich jederzeit anschauen kann.

Da schlägt das Technikerherz höher… schneller… weiter…

Nachdem ich die Kombination Beat App und H7-Gurt nun einige Male getestet habe, sowohl draußen im Freien, als auch im Studio auf dem Laufband und beim Krafttraining, kann ich durchweg ein positives Fazit ziehen:

Der Gurt ist der bequemste den ich je hatte, die Datenübertragung funktioniert absolut zuverlässig (und ohne Drop-Outs oder Spikes bisher) sowohl mit dem iPhone 5, als auch mit den SportsArt-Geräten im Studio, sowie mit meinen „alten“ Pulsuhren Polar FT7 und Polar FT80.

Die App funktioniert zuverlässig, zeichnet die Strecke genau auf und der Upload auf die Plattformen klappt ohne Probleme. (Einen Fehler, bei dem unter polarpersonaltrainer.com doppelte Einträge erzeugt wurden war innerhalb einer Woche von Polar behoben)

Die Polar Flow Plattform ist noch im Beta-Stadium und hat noch an der einen oder anderen Stelle ihre Macken – dafür sieht sie super aus und es wird mit Druck daran gearbeitet, da sie auf die Dauer wohl die polarpersonaltrainer.com Plattform ablösen soll (hab ich gehört – genaues weis ich hier nicht). Der/Dem (?) Flow fehlen auf jeden Fall noch ein paar Funktionen – so habe ich versucht ein Ergebnis des Fitness-Tests zu löschen, aber es gibt leider noch keinen Knopf dafür. Auf Anfrage bei Polar kam die Antwort, dass die Seite sich noch im Aufbau ist und die Entwicklung daran arbeitet – mal sehen wie lange das dauert.

Parallel funktioniert die polarpersonaltrainer.com Seite mit der neuen App problemlos und die Daten können auch hier sehr gut visualisiert und ausgewertet werden.

Fazit

Ein tolles Spielzeug für den Daten-sammelnden Ausdauersportler mit Ingenieurshintergrund. Technik die begeistert und motiviert!

8 Gedanken zu „Erfahrungsbericht Pulsgurt Polar H7 und iPhone 5 App Polar Beat“

  1. hallo,
    wie weit kann ich den H7 vom i phone entfernen?
    Ich mache Judo und würde mal im Training gerne die Herzfrequenz aufzeichnen. Abstand zum Handy können dann schon mal bis zu 8m sein geht das?

    1. Hey Carsten,

      rein theoretisch sendet Bluetooth Smart (aka LE = „Low-Energy“) um die 10m weit, aber in der Praxis ist das oft etwas optimistisch angesetzt. Je nach dem wie viel Schichten Klamotten du unter deinem Judogi trägst und ob du mit dem Rücken zum Handy stehst kann es zu Verbindungsproblemen kommen wenn du dich weiter vom iPhone entfernst.
      Im Fitnessstudio habe ich das ganze mal getestet und komme zuverlässig auf 5-6 Meter, darüber hinaus hab ich dann ab und zu Aussetzer. Da es die H7 Gurte in großen Studios aber auch für Gruppentraining in größeren Räumen gibt (Lösung mit iPad und Rechner für Polar Business-Kunden) denke ich, dass bei freiem Sichtfeld auch noch mehr als 6 Meter zuverlässig gehen.
      Ansonsten ist vielleicht anzumerken, dass der Brustgurt natürlich verrutschen kann, wenn du ein paar mal auf die Matte gegangen bist oder es etwas dynamischer zugeht.
      Vielleicht bestellst du ja einfach online und nutzt dein 14-tägiges Rückgaberecht, wenn’s nicht funktioniert.

      Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen,
      Gruß,
      Andi

  2. Also das Handy liegt zum Beispiel in der umkleide (übertrieben gesagt 100m) entfernt und später kann man alles auslesen ohne dass die beiden miteinander verbunden waren?

  3. Hallo Andi,
    toller Erfahrungsbericht. Danke.

    Kannst du den H7 gleichzeitig mit dem iPhone und der FT7 koppeln? Ich möchte die Daten gerne beim Laufen in Runtastic aufzeichnen aber den Pulsbereich am Handgelenk auf der Uhr kontrollieren.

    1. Hallo Jens,

      Ja das habe ich in der Tat schon so gemacht. Zwar nicht mit Runtastic sondern mit der PolarApp – aber immer gleichzeitig mit der FT7 bzw auch mit der FT80 die ich auch noch hatte. Mir ging es da genauso wie dir – ich wollte wenigstens meine Herzfrequenz beim laufen sehen, während mein sperriges Handy irgendwo in der Gürteltasche aus dem Weg war.

      Funktionier übrigens auch auf dem Laufband im Gym – App über Bluetooth und Gerät (und Uhr) über Polar-Funk.

      Gruß,
      Andi

      1. Dass es mit den Geräten im Gym zusätzlich funktioniert ist natürlich praktisch. Beim Rudern lässt sich der Puls so schlecht auf dem Handgelenk kontrollieren. Gleichzeitig kann ich mit Runtastic das Training dokumentieren. Ausgezeichnet. Ich danke dir.

Hey, hinterlasse mir doch einen Kommentar